Man liest immer wieder, dass die Entscheidung für oder gegen ein drittes Kind, ganz besonders schwierig ist. Reicht die Kraft? Die Liebe? Die Motivation? Es hat sich doch gerade alles so schön eingependelt. Will man noch  mal von vorne anfangen? Durchwachte Nächte, Windeln wechseln, aus dem Job aussteigen, Autonomiephasen, Krippen- und Kindergarten-Gedöns…

Auch wir haben diese ganzen Überlegungen angestellt, die damit einhergehen. Und sind für uns zu einer Entscheidung gekommen: Im September erwarten wir Nr. 3 – nach einem Sohn und einer Tochter wieder ein Mädchen. Warum? Wo wir doch schon beides hatten, Junge und Mädchen. Wo doch die beiden sich so gut verstehen und so harmonisch miteinander sind. Stört ein weiteres Kind da nicht? Sind wir nicht eigentlich komplett? Sind drei nicht einer zu viel?

20150729_094946Ich kann die Fragen nicht beantworten! Wir haben uns vorher tatsächlich hingesetzt und eine Pro- und Contraliste geschrieben – so ganz unromantisch. Und haben festgestellt, dass eigentlich objektiv betrachtet alles gegen ein weiteres Kind spricht. Fast alles…! Denn das Gefühl schrie laut „Ja“! Ich hatte das Gefühl, dass ich es irgendwann bereuen und mich immer fragen würde: Was wäre gewesen wenn? Das Gefühl, wenn nicht jetzt wann dann? Eins geht noch. Das Gefühl, dass wir es ganz gut machen und noch so ein tolles Kind wollen. Ich konnte diese Gefühle nicht ignorieren, ich bin halt kein Kopfmensch.

Doch eines ist klar: Sollten irgendwann beim Anblick von Babys und Babybäuchen wieder diese Herzchen in meinen Augen erscheinen, muss der Kopf entscheiden! Sonst haben wir am Ende sechs Kinder und das wären für uns persönlich drei zu viel… Und noch etwas ist für mich vollkommen klar: Die Anzahl der Kinder macht einen nicht mehr oder weniger zur Mutter. „Nur“ ein Kind gibt es nicht! Ein Kind ist nicht kein Kind! Gerade das Erste habe ich immer als am anstrengendsten empfunden, denn mit ihm erlebt man alle ersten Male: Das Hineingeschleudert werden in die neue Rolle mit allem was dazu gehört, erste Trotzphase, erste Abnabelung, erster Krankenhausaufenthalt, das erste Mal „du blöde Mama!“, erster Schultag usw.

Jeder muss die Entscheidung schlussendlich für sich selber und seine Familie treffen. Unsere steht, die Würfel sind gefallen. Und nun ist es bald soweit und ja, man macht sich Sorgen, hat Ängste. Doch dann kommt man ins Schlafzimmer und sieht, dass der Erste den Schlafsack für das Baby schon im Bettchen bereit gelegt hat und auch sein Geschenk – das Hasenpüppi. Und die Zweite kuschelt sich abends auf der Couch an den Babybauch und flüstert ihrer Schwester „Is hab dis lieb“ zu. Und man weiß: Genau darum wollte man ein weiteres Kind und alles wird gut!

Babymädchen, wir freuen uns unglaublich auf Dich! Du bis hier sehr, sehr willkommen.

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6 Gedanken zu “Drittes Kind? Von Kopf- und Bauchmenschen

  1. Wir machen uns auch grad Gedanken ums dritte Kind Meine Jungs sind jetzt 4 und 2, also wenn wir den Abstand weiterführen wollen, wäre Nummer 3 jetzt in Arbeit. Einzig mein Kleiner, der immer noch viel gestillt werden will, macht mir einen Strich durch die Rechnung. Er will soviel Milch ,dass der Eisprung auf sich warten lässt. Aber ich bin dabei, ihn langsam abzugewöhnen…
    Ich bin gedanklich auch all die Vor- und Nachteile durchgegangen. Mein Mann auch. Ist das nicht eine Herausforderung an das Glück? Wir haben 2 gesunde, tolle Kinder. Es istgrad alle super, wie es ist. Wie viel werde ich dann noch arbeiten können? Kann ich dann meine beruflichen Reisen wieder aufnehmen? Wie fassen es die beiden Jungs auf?
    Und gleichzeitig merke ich immer wieder ,wenn ich Familien mit drei Kindern sehe oder auch Texte wie Deinen lese, dass ich es will. Ein drittes Kind. Dass da in mir drinnen eine Stimme sagt: Ja. Das packen wir alles. Ja, ich will. Und so werde ich meinen Kleinen jetzt mal Stück für Stück abstillen. Er war ja nun auch lange genug dran. Aber es ist als ob er weiß, dass er dann vielleicht „Konkurrenz“ bekommt. Er ist sehr hartnäckig…

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    1. Unsere Kleinste ist mittlerweile 10 Wochen alt. Es ist anstrengend, ein Kind mehr läuft nicht einfach so mit, sondern ist ein Kind mehr. Aber was ich Dir sagen kann: Wenn ihr euch für ein 3. Kind entscheidet (und das werdet ihr, das kann ich schon aus dem Kommentar herauslesen ;-)), dann wird dieses Kind etwas ganz Besonderes sein. Eben weil die Entscheidung so schwer fällt und so bewusst getroffen wird. Weil dieses Kind nicht selbstverständlich ist – so wie vielleicht das 2., weil da klar war, es soll ein Geschwisterchen her. Ich bin völlig vernarrt in dieses Kind und da es das letzte ist, genieße ich diese ganzen letzten Male viel intensiver… und mit einem kleinen Tränchen im Auge.

      Machen! Viel Glück euch!

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  2. Das dritte Kind kam bei uns sehr ungeplant. Die drei sind jeweils 1,5 Jahre auseinander. Das war eine Hausnummer. Mittlerweile ist die Jüngste fast 2 Jahre. Vieles ist leichter geworden. Aber die Jüngste genieße ich tatsächlich auch. Ich staune über Vieles was sie so macht sehr. Ich glaube, weil bei den beiden anderen in dem Alter dann immer schon wieder ein Säugling da war, habe ich einiges nicht bewusst wahrgenommen. Die Jüngste ist allerdings irgendwie auch besonders charmant, fröhlich und süß. Ohne sie wären wir nicht komplett.
    Aber die Gedanken ein weiteres Kind zu bekommen, wenn man schon zwei gesunde Kinder hat, kann ich nachvollziehen. Und ich hatte das erste Mal auch ein bisschen Angst, dass das dritte vielleicht eine Behinderung haben könnte. So nach dem Motto, ob man nochmal so ein Glück hat. Eigentlich absurd, weil andere haben auch 4 und mehr alles gesunde Kinder.

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  3. Ich erkenne mich und meine Gedanken zum dritten Kind wieder – selbst die Einträge auf der Pro- und Contra-Liste hätten von mir stammen können… Naja, und wäre ich nicht gänzlich ungeplant zum dritten Mal schwanger geworden, hätten wir Nummer Drei früher oder später vermutlich sowieso in Angriff genommen 😉

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