Eltern machen nicht immer alles richtig. Wie denn auch? Schließlich sind wir ja auch nur Menschen und niemand macht zuerst den Kinderführerschein, bevor er sich fortpflanzt, oder? Als wir letztes Wochenende mit lieben Freunden zusammensaßen, kamen wir nach einigen Gläsern Wein auf das Thema „Elterngeständnisse“. Was soll ich sagen – wir haben viel gelacht und es war befreiend, dass anderen auch schon so viel Scheiß mit den Kindern passiert ist, der zum Glück immer gut ausgegangen ist. Auszug gefällig?

1

Nachts um 2, 3 oder 4 Uhr – wer weiß. Mutter eines Schreibabys mit Pupsproblemen, völlig übermüdet. Will dem Kind Saab Simplex gegen die Blähungen verabreichen, tröpfelt das Zeug auf den Löffel und… versucht es dem Baby ins Auge zu geben! Erst der entsetzte Schrei des Mannes „WAS MACHST DU DENN!?! kann sie stoppen und zum klaren Denken veranlassen. Mutters Reaktion: Lachen. Schlafentzug macht irre…

2

Mutter von 3 Kindern, das 3. wird noch gestillt, Mutter kann aber dem Honig-Met nicht widerstehen, trinkt etwas zu viel davon. Nachts, während des komatösen Schlafs, fällt ihr das Baby aus dem Bett. Beim Versuch es noch aufzufangen, drückt sie es gegen den Bettkasten, so dass es immerhin langsam und quietschend an der Seite des Bettes hinunterrutscht. Der Kopf des Babys gerät unter das Bett und steckt dort fest. Die schlaftrunkene Mutter bemerkt das nicht und zieht an dem Kind herum, um es wieder nach oben zu befördern… Irgendwann merkt sie dann, woran es hakt und das Kind kann gerettet werden.

3

Wochenendausflug. Nachdem man noch fünf Mal reinlaufen musste, weil man etwas vergessen hatte und die Zweijährige einen Tobsuchtsanfall hatte, ist endlich alles im Auto verstaut und es kann losgehen. Eine halbe Stunde später am Ziel angekommen, stellt man fest, dass die Zweijährige gar nicht im Kindersitz angeschnallt war…

4

Spielplatz. Sohn (fast 2 Jahre) balanciert in etwa 1,60 m Höhe, Mama steht auffangbereit links, Papa rechts, Kind fällt, keiner fängt es auf, fluppt zwischen beiden durch, landet im Sand während die Eltern sich noch regungslos mit ausgestreckten Armen gegenüberstehen. Erste Reaktion der Mutter: lautes Lachen, 2. Reaktion: gucken, ob andere Eltern es gesehen haben und erst die 3. Reaktion: Kind trösten und gucken, ob es sich was getan hat.

5

Mutter kommt mit Einkaufstüten beladen mit ihrem 16 Monate alten Sohn nach Hause und muss in den ersten Stock hoch. Sohn läuft noch nicht, kann aber auf allen vieren die Treppe hochkrabbeln. Mutter will schnell die Einkäufe oben abladen und dann wieder runter kommen – eine Sache von vielleicht 10 Sekunden. Flitzt hoch, schießt die Wohnungstür auf, stellt die Einkaufstüten in den Flur und flitzt wieder runter. Sohn hat anscheinend einen ungewohnten Ehrgeiz entwickelt und hat die Treppe bereits zur Hälfte erklommen. Sieht also seine Mama ihm entgegenspurten, die Mama sieht noch seinen verschmitzten Gesichtsausdruck der ihr sagt „Oh, willst du fangen spielen? Du kriegst mich nicht!“ bevor er den Rückwärtsgang einlegt. Mama denkt noch „Oh kacke!“ Kind fällt rückwärts von der Treppe, überschlägt sich und Mutters Schrei alamiert alle Nachbarn. Ausnahmsweise mal kein Lachen als Reaktion, sondern echte Besorgnis. Doch alles ist gut gegangen.

6

Familienausflug. Bötchen fahren steht auf dem Plan. Mutter ist skeptisch, mit drei kleinen Kindern von denen zwei noch nicht schwimmen können, Schwimmwesten gibt es keine… Der jüngste Sohn (etwa 18 Monate) ist ein kleiner Wirbelwind. Mutter hält ihn darum die ganze Zeit an den Hosenträgern fest, während sie aber nicht hinschaut und sich stattdessen angeregt unterhält – blabla. Als sie irgendwann hinschaut, hängt das Kind halb über Bord, mit dem Gesicht im Wasser… Aber gut, dass sie ihn „gesichert“ hatte…

7

Der Mann isst gerne Tabasco. Auf ALLEM! Über dem Spinat, auf dem Salamibrot (morgens!), über dem Kohlrabi… Die Flasche mit einem Rest steht noch auf dem Tisch. Der Sohn (im naseweisen Alter von etwa 21 Monaten) klettert auf den Tisch, setzt die Flasche an und – BRÜLLT los! Es dauert gefühlt eine Stunde ihn zu beruhigen und die Schärfe mit Milch zu lindern – inklusive Gekotze, da (zu viel) Milch und Tabasco sich anscheinend nicht gut vertragen.

8

Mutter macht sich hungrig über ihre Spaghetti Bolognese her, während das Baby gerade im Tragetuch mal zufrieden ist. Als sie fertig ist und nach unten schaut, sind dem Baby plötzlich lange rote „Haare“ gewachsen. Es ist aber noch immer zufrieden, die neue Frisur scheint zu gefallen…

9

Mutter gießt im Garten die Blumen mit dem Gartenschlauch. Das Baby liegt in der Nähe auf einer Krabbeldecke. Der Sohn kommt und will irgendwas. Mutter dreht sich zu ihm, um mit ihm zu reden. Der Sohn ruft plötzlich: „Mama! Das Baby wird nass!“ Erste Reaktion: Klar, oder?

10

Ferienzeit. Mutter ist mega genervt mit zwei Kindern zu Hause. Den ganzen Tag „MAMA“ in unterschiedlichen Tonlagen und Lautstärken. Als es wieder soweit ist, die Tochter ruft aus dem Garten „Maaaamaaa“ ignoriert sie es einfach. Die Tochter schreit weiter. Fünf Mal, sechs Mal, zehn Mal. Erst als der ältere Sohn ruft „Maaamaaa, die Zweite hängt!“ springt sie auf und hechtet in den Garten. Die Tochter hängt außen am Balkongeländer über dem Sandkasten (Erdgeschoss) und kann sich kaum noch halten. Sie konnte gerettet werden…

Jetzt sagt uns bitte, dass nicht nur wir so doof sind! Habt Ihr noch mehr Beispiele für „Bad Parenting“? Dann immer her mit Euren Geschichten – ich verlinke sie hier gerne:
Beatrice Confuss

Alexakindermoden

Advertisements

11 Gedanken zu “Elterngeständnisse

  1. Danke!! Das tut mir gerade echt gut. Ich bin erst seit drei Monaten Mutter und tief in mir drin sitzt noch der Irrglaube, dass man irgendwie alles richtig machen könnte – was ich natürlich nicht hinbekomme. Echt gut zu hören, dass andere nicht nur Sachen falsch machen, sondern auch Sachen, die wirklich gefährlich sein könnten und es geht trotzdem meistens alles gut. Danke!!

    Gefällt 1 Person

  2. Wir hatten bestimmt noch mehr Sachen, aber was mir grade spontan einfällt: Wir kamen mit unserer nicht ganz einjährigen Tochter aus dem Urlaub zurück, ich brachte das hundemüde kleine Wesen schnell ins Bett und dann begannen wir mit dem Ausladen. Wir waren auf einem LARP (LiveActionRolePlay) gewesen und hatten daher sehr viel Gepäck, neben Anziehsachen auch Zelt usw. Erst einmal alles aus dem Auto in den Flur, dann nach oben in die Wohnung. Als wir wieder in der Wohnung waren, fiel mir auf, daß die Tür zum Kinderzimmer offen war – und da lag unsere Tochter auf der Türschwelle auf dem Bauch und schlief. Offenabr war sie, während wir unten ausräumten, noch mal aufgewacht, hatte uns gesucht und war dabei wieder eingeschlafen. Ich hoffe nur, daß sie es nicht allzu schrecklich fand. Fragen konnte ich sie ja schlecht…

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s