Gestern war der große Tag – die Einschulung des Ersten! Man macht sich ja vorher viele Gedanken: Muss man heulen? Wird das Kind sich gut trennen können oder gibt es Theater? Kennen sich alle anderen Kinder schon? Was für Kinder sind wohl in seiner Klasse? Hoffentlich ist die Klassenlehrerin nett… All diese Dinge sind zum Glück mehr als gut gelaufen. Die Klassenlehrerin ist sehr jung, aber sympathisch. Der Erste war super cool, sprang gleich auf, als sein Name aufgerufen wurde und marschierte nach vorne. Man spürte richtig, dass er es nicht erwarten konnte… Die Klasse ist gut durchmischt, es gibt auch andere Kinder, die noch  niemanden kennen. Und: Ich musste tatsächlich NICHT heulen! Es ist irgendwie keine wirklich emotionale Stimmung bei mir aufgekommen. Die Einschulungsveranstaltung war schön, aber sehr unaufgeregt. Und ich war in erster Linie damit beschäftigt, mich über den Großteil der anderen Eltern aufzuregen… Ja tatsächlich! Das Einzige worüber ich mir vorher keine Gedanken gemacht hatte, hat mir an diesem Tag den Blutdruck hochgetrieben.

Ich weiß ja nicht, das war unsere erste Einschulung. Ist das eigentlich normal? Dass erwachsene Menschen, statt sich dezent im Hintergrund zu halten, sich rücksichtslos in den Mittelgang der Aula stellen, möglichst nah bei den Kindern, allen Sitzenden den Blick verstellend, um die tollsten Fotos schießen zu können? Dass sie ihren Mund nicht halten können, während die Schuldirektorin versucht, ein paar Worte loszuwerden? Dass das Gedränge, Geschupse und der Kampf um den besten Platz für ein Foto auf dem Schulhof weitergeht, wo die Einschulungskinder sich mit den Heliumballons aufgestellt haben, um ihre Karten in den Himmel zu schicken? Ich konnte keins der Kinder mehr sehen, weil die Paparazzieltern einen derart engen Kreis um die Kids gezogen hatten. Immerhin: die aufsteigenden Ballons waren ein schöner Anblick!

Man hört ja viel über die angeblichen Helikoptereltern. Ich habe das bisher für überzogen gehalten. Wobei der Name Triceratops-Eltern hier auch passender wäre, denn die haben bei Gefahr auch einen Kreis um die Jungtiere gebildet – haha… Wir waren anscheinend in unserer Elterninitiative in einem netten Kreis unaufgeregter Eltern gelandet. Jetzt hat uns die Realität!

Heute morgen im Klassenraum ging das Drama dann weiter: Wir haben uns schell wieder verdrückt, ich denke die Lehrerin hatte genug damit zu tun, alle anderen Eltern dann irgendwann wieder herauszubekommen, um endlich beginnen zu können…

Immerhin haben wir noch schön gefeiert: mit Großeltern, Tante und Kindergartenfreund. Es wurde im Garten gegrillt, die Schultüte ausgepackt, gespielt und der Erste ist abends glücklich und zufrieden eingeschlafen.

Nun beginnt also ein neuer Alltag. Der Erste in der Schule (und danach heute auch zum ersten Mal im Hort), die Zweite wieder im Kindergarten und ich habe etwas Zeit zum Schreiben. Wobei: so ganz normaler Alltag ist noch nicht. Herr S. ist zurzeit zu Hause, da er seinen Job gekündigt und noch Resturlaub hat. Erst Mitte Okober geht es bei ihm weiter. Und bis dahin ist auch die Dritte da: Neuer Alltag für uns alle. Ein neuer Lebensabschnitt beginnt!

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Ein Gedanke zu “Achtung, Paparazzi! #Einschulung

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