Die Teilzeitmutter hatte vor einiger Zeit schon zu einer Blogparade aufgerufen zum „Problemfall Mann„. Das hier ist quasi das Gegenteil davon: Ich bin überzeugt davon, dass es da draußen noch mehr tolle Männer und Väter gibt – und vielleicht wollt Ihr denen das ja mal zum Ende des Jahres sagen? Ist doch eine schöne Gelegenheit, oder?

Ja, sie können manchmal nerven die Männer. Ja, sie tun so Dinge wie morgens die Socken und Unterwäsche neben dem Wäschekorb auf dem Boden liegen zu lassen. Den Kakaobecher auf dem Esstisch stehen zu lassen. Die Thermoskanne mit dem heißen Wasser für’s Babyfläschchen nicht wieder zuzudrücken. Und würde ich nicht hinterherräumen, würde der Wäscheberg auf dem Boden immer größer werden. Würde man nachts nicht schnell heißes Wasser für das schreiende Baby haben. Würde der Esstisch bald nicht mehr benutzbar sein. Und ja, das alles ist kacke und nervt! Und an diesen kleinen, nervenden Alltagsdingen, hängt man sich oft auf, weil man das Gefühl hat, alles machen zu müssen. Auch bei uns ist das so.

Doch ganz ehrlich? Diese ganze Diskussion darüber, ob Väter genug helfen oder nicht, hat mir wieder einmal vor Augen geführt, dass ich ganz persönlich mich über meinen Mann überhaupt nicht beschweren kann. Ich habe großes Glück gehabt! Wenn ich genauer drüber nachdenke, fallen mir außer diesen kleinen nervenden Kleinigkeiten keine wirklich großen Probleme bei meinem Mann auf. Ich glaube, ich habe ein ziemliches Super-Exemplar abbekommen. Sorry, das ist gemein, aber so ist es eben. Er ist ein ziemlicher Supertyp! Deshalb soll dies hier eine Ode an meinen Mann werden, den noch viel mehr ausmacht, außer seine Socken morgens liegen zu lassen.

Mein Mann arbeitet Vollzeit (ich Teilzeit, wenn ich nicht gerade in Elternzeit bin). Und das nicht nur so geregelt, ohne Überstunden, seine Stunden absitzend. Sondern mit Verantwortung, vollem Einsatz, Überstunden. Karriere und so. Ich beneide ihn nicht darum. Ich würde nicht Vollzeit arbeiten wollen und bin froh, es nicht zu müssen. Wenn er nach Hause kommt und die Kinder sind noch wach, hört er sich an, was sie zu erzählen haben, fragt nach ihrem Tag, hilft beim bettfertig machen, oder übernimmt das schreiende Baby, das abends typischerweise seine Schreiphase hat. Er stellt sich – ohne, dass ich ihn dazu auffordere – in die Küche und macht den Spül, kocht frisches Wasser für die Thermoskanne ab (und vergisst, die Thermoskanne richtig zu zu machen – der Schlumpf). Er geht abwechselnd mit mir zu Elternabenden. Er wechselt Windeln und staubsaugt am Wochenende. Er steht nachts auf, um das Baby zu füttern und zu beruhigen oder die Zweite, wenn sie einen Albtraum hatte. Er macht morgens die Kinder mit mir zusammen fertig (manchmal auch alleine) und fährt die Zweite zum Kindergarten – und dann weiter zur Arbeit. Wenn das Baby morgens noch schläft, lässt er mich auch schlafen und schleicht sich mit den Kindern aus der Wohnung. Er weiß Bescheid über wichtige Termine, schreibt mir tagsüber, um nachzufragen, ob bei der U3 alles ok war. Samstags geht er mit dem Ersten zum Schwimmkurs und nimmt auch die Zweite mit, weil sie so gerne schwimmen geht und damit ich mehr Ruhe habe. Er geht mit den Kindern auf den Spielplatz, wenn sie am Wochenende in der Wohnung zu sehr aufdrehen. Er geht mit ihnen Kindergeburtstagsgeschenke einkaufen. Er liest vor und spielt auf dem Kinderzimmerboden. Er geht mit dem Ersten zum Fußballspiel und zum Kindergartenzelten, auf das ich keinen Bock hatte. Er macht den Großeinkauf für die Woche, wenn ich vergessen habe bei REWE online zu bestellen (wofür er mir nie Vorwürfe macht). Hat er Urlaub, geht er mit den Kindern zu Arztterminen und beteiligt sich an allen anderen Alltagsdingen, die so anfallen.

Er hat nie wirklich frei und Zeit für sich. Im Gegensatz zu mir. Wenn das Baby in die Krippe geht und ich wieder Teilzeit arbeite, habe ich zwei freie Tage die Woche – so wie vor der Elternzeit mit zwei Kindern. Natürlich sind die nicht immer wirklich frei: Betreuungsengpässe, Arzttermine etc. kommen da schon mal in die Quere. Aber längst nicht immer. Es ist Zeit da, um in Ruhe Kaffee zu trinken, Musik zu hören, ein paar Seiten im Buch zu lesen, im Internet rumzuspringen, zu bloggen…

Bei all dem hat mein Mann meist gute Laune. Er ist ruhig und geduldig mit den Kindern. Und er hat so viel Energie, Elan und Tatendrang wie ich es gerne hätte.

Er gibt alles für uns und ist dabei eben doch auch nur ein Mensch: Er lässt morgens die Socken liegen und ich mecker nur ganz manchmal darüber. Und ich verlange nicht auch noch, dass er den Löwenanteil im Haushalt erledigt – dann wäre ich eine ziemliche Bitch, oder?

Mein Schatz, ich würde Dich immer wieder heiraten und drei Kinder mit Dir bekommen! Ich freue mich auf das neue Jahr mit Dir – mein Vorsatz lautet: Ich versuche, Dir mehr abzunehmen – auch wenn ich sicher bin, dass Du mich nicht lassen wirst…

Wer auch so einen tollen Mann hat wie ich, darf mir gerne bis zum 01.01.2016 darüber berichten. Ich verlinke Eure Texte hier unter meinem Beitrag. Quasi eine Blogparade, oder? Es wäre meine erste und ich habe keine Ahnung, ob überhaupt jemand mitmachen würde – mein Blog ist ja noch ein Blögchen. Ich bin gespannt!

Und hier sind Eure Beiträge:

Sari vom Heldenhaushalt
Anja von der Kellerbande
Dorén von „Papa, übernimmst Du die Saurengurkentage?“
Mami Rocks“ mit „Unser Papa ist ein Superheld“
Lila von „Erdbeerlila“ mit “ Mein Mann, der Superheld – eine Gegenbewegung“

 

Advertisements

10 Gedanken zu “„Mein Mann, der Superheld“ – Aufruf zur #Blogparade

  1. Hallo liebe Ani, he halt ich wollte doch auch noch mitmachen! Hatte mir irgendwie 16.1. notiert und da der Post schon fast fertig vor sich hin gedümpelt ist, habe ich kurzer Hand entschieden, der muss noch mit. Ich hoffe das passt und wünsche Dir ein zauberhaftes neues Jahr, http://www.mamirocks.com/papa-ist-ein-superheld/
    Und solltest Du Lusthaben bei meiner Rubrik Vereinbarkeit von Familie und Beruf mitzumachen, würde ich mich darüber sehr freuen, da ich selbst mehrere Jahre als Redakteurin gearbeitet habe! LG

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s