Mama sein ist anstrengend, stressig, oft frustig usw. Ja, ja, wir wissen es alle. Genug wurde darüber geschrieben und gejammert. Doch was ist denn mit der anderen Seite der Mutterschaft? Ich weiß ja nicht, wie es Euch geht, vermute aber, dass es bei Euch so wie bei mir diese ganz besonderen Liebmomente gibt: Momente, in denen alles genau so ist, wie ihr es Euch immer vorgestellt habt. Alles richtig ist. Und ihr nirgendwo sonst lieber wärt, als da wo ihr gerade seid.
Ich habe viele solche Liebmomente:

  • Wenn wir gemeinsam am Tisch sitzen, die Kerze brennt, die Kinder ruhig und ausgeglichen sind, gute Gespräche stattfinden und es so richtig gemütlich wird. Es sich so richtig nach Familie anfühlt.
  • Wenn alle Kinder abends schlafen und ich bleibe noch ein bisschen länger im Kinderzimmer am Bett meiner Tochter sitzen, als ich müsste, weil ich diese friedliche Stimmung mag
  • Wenn wir alle zusammen am Wochenende einen Ausflug machen, der so richtig gelungen ist – die Kinder begeisterungsfähig und interessiert – wie zuletzt im Experiminta in Frankfurt
  • Wenn wir an einem heißen Sommertag aus dem Freibad kommen, die Kleine nur in Badeklamotten und mit nackten Füßchen hinten im Fahrradsitz und das Leben sich so wohlig und leicht anfühlt.
  • Wenn die Kinder Löwenzahn mit Peter Lustig schauen und ich mich in die eigene Kindheit zurückversetzt fühle. Und mich erinnere, wie spannend ich das immer fand und wie es den Entdeckergeist in mir geweckt hat. Wie ich dann losgezogen bin mit der Lupe in den Garten, um die Ameisen zu „erforschen“.
  • Überhaupt, wenn meine Kinder mich an die eigene Kindheit erinnern: Wenn sie das Spritzgebäck begeistert durch den Fleischwolf kurbeln, so wie ich damals mit meiner Oma. Wenn sie die Fünf Freunde-Geschichten hören, die ich auch noch so gut kenne und mich an das Gefühl von Abenteuer, Spannung und Freiheit erinnern. Wenn sie gemeinsam voll und ganz in ihr Rollenspiel vertieft sind, so wie ich damals mit meiner Schwester…
  • Wenn die Kinder beim Kochen helfen und wir in der Küche ein lecker Essen mit Nachtisch zaubern
  • Wenn die Zweite mir ganz ernsthaft und empört aus dem Kindergarten erzählt, wer von den Jungs sich beim Pinkeln nicht hinsetzt oder sich nicht abputzt 🙂
  • Wenn ich die Zweite mit ihrer süßen Stimme inbrünstig aus dem Kinderzimmer singen höre
  • Wenn der Abend und das Zubettbringen harmonisch und ruhig abläuft – sogar wenn ich drei Kinder alleine ins Bett bekommen muss und ich das Gefühl habe, dass ich alles im Griff habe
  • Wenn die Zweite schon im Bett ist und ich spiele mit dem Großen noch Schach oder er erzählt mir, was ihn so bewegt
  • Wenn wir gemeinsam auf der Couch sitzen in ein schönes Buch vertieft
  • Wenn ich mich mit einem Kaffee dazusetze und zuschaue, wenn die Kinder friedlich im Kinderzimmer spielen.
  • Wenn ich den Gesprächen der Kinder aus dem Kinderzimmer lausche, z.B. wenn sie sich gegenseitig von ihrem Tag in Kindergarten und Schule berichten.
  • Wenn die Zweite sich wehtut und weint und der Erste sie tröstet „Soll ich mal pusten, hm? Tschüß Aua und komm bloß nie wieder!“ So wie ich es sonst immer tue…

Es gibt unzählige solcher Situationen, wo es mir ganz warm ums Herz wird und ich das Gefühl habe, wir machen das super. Unsere Kinder sind glückliche und zufriedene Kinder. Das Problem ist manchmal vielleicht, dass man diese Momente verstreichen lässt, ohne sie wirklich bewusst wahrzunehmen. Dass man zu selten innehält und den Moment genießt. Schnell, schnell, weiter im Programm… Einer meiner Vorsätze für das neue Jahr lautet darum: Langsamer machen – sich auf die Liebmomente konzentrieren – zufrieden sein. Manchmal ist das doch eigentlich ganz einfach…

 

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3 Gedanken zu “Liebmomente

  1. Ja ich kenne diese Momente – die manchmal in unwichtigen oder kleinen Alltagssituationen entstehen…
    Ich liebe es wenn Mini Mann mir die Welt erklärt-da empfinde ich einfach nur pure liebe! Ein wundervolles Geschenk wurde uns gemacht und wir sollten die tollen Momente genießen um die etwas schlechteren Momente zu überstehen 😉

    Danke für den tollen Beitrag!

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  2. Das ist so wahr. Eigentlich gibt es jeden Tag diese Momente und manchmal sieht man sie nicht richtig. Manchmal fällt mir abends dann was ein und es tut mir richtig leid, wenn ich es nicht richtig gewürdigt habe. Aber manchmal begreife ich es und dann ist es doppelt schön!

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