Christine vom schönen Blog „Villa Schaukelpferd“ rief bereits im September auf zum ElternRat – im Grunde genommen, eine Blogparade – und möchte wissen, wie es andere mit dem Thema Familienbett handhaben.

Das Thema ist ja ein sehr kontroverses – was mich immer wieder total erstaunt. Warum ist das so? Impfen – ja! Regretting motherhood – jo… Stillen – ok. Aber wie man nachts schläft? I don’t get it… Mir persönlich ist das ja schnurz, wie andere das machen, da muss jeder seinen Weg finden. Hier unserer:

Das Familienbett war bei uns nicht geplant. Es hat sich eingeschlichen, still und heimlich. Und – im Nachhinein betrachtet – viel zu spät. Es hätte uns persönlich viel Übermüdung und Rückenschmerzen erspart, hätten wir früher reagiert. Aus heutiger Sicht völlig unverständlich, haben wir unseren 1. (auf Anraten der Hebamme) sehr früh schon ausquartiert ins eigene Zimmer. Er war ein sog. Schreibaby und die erste Zeit hat uns sehr extrem gefordert. Auch über die ersten Wochen Schreizeit hinaus, tat er sich sehr schwer mit dem (Ein)Schlafen. Ich erinnere mich, dass ich ihn mit 1,5 Jahren noch immer ständig nachts vor dem Fenster auf und ab gewippt habe, während die Kniegelenke knirschten und der Rücken „Aua“ schrie. Ich war fertig. Müde. Ausgelaugt. Ich war ein Mombie. Und wollte nur noch schlafen. Ich weiß auch gar nicht mehr wann und wie genau, aber irgendwann landete der 1. dann nachts in unserem Bett – und schlief. Und wir auch! Wir hatten unsere (Er-)Lösung gefunden und kauften ein 1,80 m großes Bett. Von da an durfte er bei uns schlafen, wann immer er wollte. Immer öfter schlief er abends im eigenen Bett ein und kam dann nachts irgendwann rüber. Ein guter Kompromiss für uns. So hatten wir Zeit zu zweit und wenn er nachts da war, hat uns das nicht gestört, da er auch ein sehr ruhiger Schläfer war. Wir fanden langsam zur alten Stärke zurück. Alles entspannte sich, wir waren nicht mehr so furchtbar müde. Und waren irgendwann bereit für ein zweites Kind. Mit 2 Jahren und 8 Monaten Abstand kam die 2. zur Welt. Und war ein völlig anderes Kind! Sie schrie so gut wie nie, sondern schlief und schlief und schlief. Ich fragte mich schon, ob das normal ist, oder dem Kind vielleicht was fehlt. Sie schlief von Anfang an bei uns im Beistellbettchen und der 1. kam immer seltener nachts rüber, sondern schaffte es, die ganze Nacht durchzuschlafen. Die 2. quartierten wir dann mit etwa 1 Jahr aus ins Kinderzimmer – und sie schlief weiter. Heute ist sie 4 Jahre alt und kommt so gut wie nie zu uns rüber. Fast schon schade… Auch der 1. schläft wie ein Stein die ganze Nacht durch – im eigenen Bett. Beide sind „groß“ und scheinbar zufrieden. Und wir waren bereit für ein 3. Kind 🙂 Mit fast 4 Jahren Abstand zur 2. kam also Ende September unsere 3. zur Welt. Und war anfangs ein „Zwischending“, eine Mischung aus beiden Geschwistern. Die ersten Wochen waren anstrengend, mit Schreiphasen abends. Das „Übliche“. Das ist nun auch vorbei. Sie schläft im Beistellbettchen und meldet sich i.d.R. nachts nur 1x. Sie fügt sich also ganz wunderbar in unsere Familie ein. Auch sie werden wir nicht ausquartieren, bevor sie ein Jahr alt ist. Wann genau planen wir aber noch nicht – das wird die Zeit zeigen. Wie sie sich weiter entwickelt, welche Bedürfnisse sie haben wird in einem Jahr. Sie wird von uns bekommen, was sie braucht. Der 1. hatte ein ganz großes Bedürfnis nach Nähe, der 2. war es eigentlich schnuppe. Sie hätte immer und überall schlafen können. Die 3. – wir werden sehen. Schwieriger wäre es geworden, wenn wirklich alle gleichzeitig im Familienbett gelandet wären – da würden 1,80 m nicht reichen. So hatte es sich aber immer wunderbar gefügt, dass das vorherige Kind so weit war „auszuziehen“, wenn das nächste kam. Mit gelegentlicher Besuchsmöglichkeit bei Alpträumen, Krankheit oder Kuschelbedürfnis.

Für jedes Kind ein anderer Weg, ganz individuell. Aus dem Freundes- und Bekanntenkreis kam da auch nie wirklich Kritik. Entweder die anderen machen es genau so, oder halt irgendwie anders, weil die Situation eine andere ist oder die Kinder ein anderes Nähebedürfnis haben. Nichts worüber man Mommy Wars kämpfen müsste. Leid tun mir die Eltern, die alles ausprobieren und dennoch nicht zu ruhigen Nächten finden. Jedes Kind ist anders – oft sogar Geschwisterkinder, wie bei uns. Nur meine Mutter meinte manchmal, wir würden den 1. verwöhnen und das „nie wieder aus ihm raus bekommen“. Das scheint etwas zu sein, das sich in dieser Generation sehr hartnäckig hält. Klar, darum gibt es auch so viele 15jährige, die noch bei der Mami im Bett schlafen. Nun ja – geschenkt. Meine Kinder jedenfalls sind zufriedene Kinder, die gut schlafen und selten schlecht träumen, was ich als gutes Zeichen deute. Die Vertrauen haben ihn ihre eigenen Fähigkeiten und in ihre Eltern. Und ich bin kein Mombie mehr, sondern wieder einfach nur Mommy.

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2 Gedanken zu “Mombie Wars oder Schlafen wär mal wieder geil – Familienbett

  1. Ich denke auch, jeder muss den für sich richtigen weg finden. Unsere zwillis sind recht früh ausgezogen, mit knapp fünf monaten. Sie haben zu der zeit meistens schon durchgeschlafen und wurden immer nur unruhig, wenn wir ins bett gegangen sind. Und außerdem wurde das bett (sie haben zu beginn beide in einem kinderbett geschlafen) für beide gemeinsam zu klein und zwei betten wären im schlafzimmer zu viel geworden. Und es war für uns die richtige entscheidung: alle vier haben wieder viel ruhiger geschlafen. Durchschlafen klappt immer noch prima, nur wenn sie krank sind dann wird unser (viel zu kleines 1,40 m bett) zum familienbett.

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