Die Queen of Blogparades Severine von „Mama on the Rocks“ ruft auf zur… genau: Blogparade #Bauchgefühl. Zurzeit gibt es sehr viele schwangere Mamabloggerinnen – eine Tatsache die einen eventuell über den eigenen Kinderwunsch nachdenken lässt. Severine ist zu dem Schluss gekommen, dass sie definitiv kein drittes Kind haben möchte – und doch diesen Stich verspürt, wenn sie von anderen Schwangerschaften hört. Ein Umstand der auf Twitter kontrovers und heiß diskutiert wurde. Und den ich persönlich total nachvollziehen kann. Der Versuch einer Erklärung.

Ich bin gesegnet mit drei gesunden, wundervollen Kindern. Das dritte – meine Carlotta – ist erst drei Monate alt und doch verspüre auch ich schon wieder diesen Stich im Herzen, wenn ich eine Schwangere sehe. Wie undankbar! Vor allem, wenn man schlimme Geschichten liest und einem wieder einmal klar wird, dass es keinesfalls selbstverständlich ist, drei gesunde Kinder zu haben. Überhaupt ein Kind zu haben… Wie kann das also sein? Möchte ich wirklich ein viertes Kind? Die Antwort lautet: Nein! Und ja. Ich liebe Kinder. Doch ich bin schon mit dreien nicht immer die Mutter, die ich eigentlich sein möchte. Ich bin ausgefüllt – zeitlich, nervlich. Das wird mir klar an verregneten Wochenenden. Stressigen Nachmittagen, wenn alle gleichzeitig etwas von mir wollen. Ferienzeiten ohne Betreuung. Ich schaffe es, drei Kindern gerecht zu werden – und sogar noch Zeit für mich selber zu finden. Aber ein viertes würde unter gehen. Oder ich.

Der Dominoeffekt

Und doch glaube ich, dass es so etwas wie einen Dominoeffekt gibt. Nämlich BEVOR man diesen Punkt erreicht hat, an dem man sich selber sicher ist, seine persönliche Grenze erreicht zu haben – und der Kopf den Bauch überstimmt. So war es bei mir nach dem zweiten Kind. Wir haben uns lange den Kopf zerbrochen, ob wir ein drittes Kind haben möchten oder nicht und sogar eine Pro- und Contraliste angelegt. Ich habe hier darüber schon mal gebloggt. Und dann wurde eine Mutter im Kindergarten zum dritten Mal schwanger… Und neben der Freude und Rührung die jede Schwangerschaft bei mir auslöst, verspürte ich diesen Stachel der Eifersucht. Und erschrak mich sehr darüber. Wie ekelhaft jemandem seine Schwangerschaft zu neiden… Doch für mich war das der Moment, in dem mir klar wurde: Ich bin mit dem Thema noch nicht durch. Ich fing an, konkreter darüber nachzudenken und mir wurde immer mehr klar: Ich will ein drittes Kind! Sonst würde mir etwas fehlen. Ich fing an, meinen Mann zu „bearbeiten“, denn auch er musste überzeugt werden, nochmal von vorne anzufangen. Die Schwangerschaft dieser Mutter hat bewirkt, dass wir das Thema nicht weiter aufgeschoben haben, bis es vielleicht irgendwann zu spät gewesen wäre. Und scheinbar ging es nicht nur uns so: Im Monatsabstand wurde eine zweite Mutter im Kindergarten schwanger. Eine dritte. Und dann ich. Und wir bekamen alle unser drittes Kind! Zum Glück hat eine den Anfang gemacht, wer weiß, ob es unsere Carlotta sonst heute gäbe…

Wehmut und Abschied

Nun fühlt sich unsere Familie für mich komplett an. Die letzte Schwangerschaft war anstrengend, die Geburt schmerzhafter als die beiden ersten zusammen. Ich will das nicht noch mal! WARUM also, spüre ich den Stich – in abgeschwächter Form, denn Carlotta ist ja noch so klein – noch immer!? Es ist kein wirklicher Kinderwunsch. Ich denke, es hat etwas mit Wehmut zu tun. Und mit Abschied nehmen. Ich nehme Abschied von einer sehr besonderen Lebensphase. Es sind lauter letzte Male die ich gerade mit diesem Kind erlebe. Schwangerschaft bedeutet außerdem immer auch Fruchtbarkeit, also Jugend, Vitalität, Kraft. Es bedeutet das pure Leben! Nach dieser Phase kommt die Menopause, überspitzt formuliert, beginnt der Verfall… Man wird alt. Oder ist zumindest nicht mehr jung. Ich denke, dass auch mein fünfzigjähriges Zukunfts-Ich beim Anblick einer Schwangeren oder eines Babys den Stich im Herzen spüren wird. Und auch das ist dann kein Kinderwunsch. Sondern Trauer und Wehmut über die verlorene Jugend und diese besondere Lebensphase in der die Kinder noch so klein und in Symbiose mit einem waren. Trauer darüber, dass diese Zeit viel zu schnell verflogen ist. Und vielleicht das Gefühl, dass man sie viel zu schnell hat verfliegen lassen. Sie im Alltag nicht genug genießen konnte.

Jede Schwangerschaft, jeder kleine neue Mensch der entsteht, ist ein WUNDER! Und ich freue mich sehr über jede einzelne! Egal, ob ich die Schwangere persönlich kenne, oder nicht. Ich freue mich, wenn jemand sich für ein Baby entscheidet und vor allem auch, wenn jemand sich für ein drittes, viertes oder sechstes Baby entscheidet. Unser Land wäre besser mit mehr Kindern!

Deshalb möge man mir diesen kleinen Funken Traurigkeit verzeihen und ihn nicht mit Gehässigkeit verwechseln. Er bedeutet nur, dass ich dieses Leben das ich gerade führe, sehr liebe und festhalten möchte. Und dass ich wirklich gerne Mutter bin.

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10 Gedanken zu “Das „Gesetz der Reihe“ oder Will ich wirklich noch ein Baby haben? Blogparade #Bauchgefühl

  1. Ich hatte Tränen in den Augen…Deine Worte könnten von mir kommen. Unser 3. Kind ist jetzt 8 Monate alt und es wird das letzte bleiben. Also auch für mich viele kleine Abschiede. Und dennoch dieser komische Stich im Herz, wenn ich ein Baby oder eine Schwangere sehe. Ich glaube auch, es ist kein Wunsch nach einem weiteren Kind, denn da würde ich vermutlich unter gehen. Auch jetzt bin ich nicht immer die Mama die ich gern sein möchte, besonders an verregneten Nachmittagen 😉 Dann bin ich über solche ehrlichen Worte einer anderen Mama soooo dankbar. Ganz liebe Grüße Doreen

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  2. Ich kann zu 100% nachfühlen, was du beschreibst. Ich glaube auch, dass mein Kinderwunsch mit unseren beiden Mädels noch nicht abgeschlossen ist. Dafür bin ich viel zu gerne Mama und schwanger gewesen. Mein Mann ist durch mit dem Thema. Ich bin gespannt, wie sich das in den nächsten Jahren entwickelt. Ganz liebe Grüße und danke für diesen tollen Post!
    Vivi

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    1. Freut mich, dass mich so viele verstehen. Ich wünsche Dir viel Glück dabei, deinen Mann zu überzeugen. Es lohnt sich – 3 Kinder sind wundervoll. Und das 3. – das Durchdachteste und letzte – etwas ganz Besonderes 🙂 LG ❤

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