Mama on the rocks hat mal wieder eine schöne Blogparade gestartet. Dieses Mal unter #Missionfood4kids zu einem absoluten Nervthema der Elternwelt: Essen mit Kindern. Da haben wirklich alle Eltern irgendetwas zu zu sagen. Ich auch.

Bevor wir Kinder hatten, waren wir ständig auswärts essen: Indisch, Mexikanisch, Mongolisch, Arabisch, Peruanisch… Wir waren sehr experimentierfreudig und mochten alles. Dann wurde ich schwanger und für uns war klar, dass wir auf keinen Fall ein verschnupptes Kind heranziehen wollen. Ein Kind das mäkelig mit dem Essen ist und nur nackte Nudeln will? Haha, nee, nicht unseres. Unser Kind muss schließlich auch in Thailand überleben können, wo wir selbstverständlich mit ihm hinreisen würden (an dieser Stelle sei kurz erwähnt, dass wir, seitdem die Kinder da sind, nicht weiter als bis nach Lanzarote gekommen sind. Aber das ist ein anderes Thema).

Das Auge essen wir mit
Gurkenscheiben und Karottensticks so auf dem Teller angerichtet, dass es aussieht wie ein lachendes Gesicht? Piratenschiffe bestehend aus Hot Dog-Brötchen und Würstchen? Mandarinenschnecken und Bananengeister?
Ich verdrehte die Augen bei solch abgefahrenen Kreationen am Essenstisch oder in den Lunchboxen der Kinder. Bei uns gab es Chicken Curry, Oliven, Feta, bunten Salat und generell kein verstecktes Gemüse.

Es funktionierte. Unser Sohn war und ist unkompliziert. Ein fernreisetaugliches Kind (wie gesagt in der Theorie).  Und das war natürlich unser Verdienst. Bildeten wir uns ein.

Und dann kam Sie!

Müsli mit ohne Obst!
Unsere Zweite war – wie in vielen Dingen – auch beim Essen so ganz anders. Wir ignorierten das zunächst, wir sind generell eher entspannte Eltern und Druck machen beim Essen, wollten wir schon gar nicht. Das Kind holt sich was es braucht. Dann isst sie halt morgens, mittags, abends Müsli – ohne Obst, nur mit Rosinen. Was ja irgendwie auch Obst ist 😉

Der Arzt machte uns dann bei der U8 darauf aufmerksam, dass die Zweite zu wenig wog. Mit etwa 4 Jahren und bei 1 Meter Körpergröße nur 12 Kilo. Wir stellen unsere Kinder zu Hause nie auf die Waage, das letzte Wiegen beim Arzt war ewig her (vermutlich bei der U7?). Es war klar, der Kinderarzt ist nicht zufrieden und bestellte uns einige Wochen später wieder.

Wie päppel ich mein Kind auf?
Nun ist es nicht so, dass ich mir von außen schnell viel Druck machen lasse – auch nicht vom Kinderarzt. Der Zweiten ging es gut. Sie war ein fröhliches, agiles Kind, ein kleiner Wirbelwind. Und doch, bin auch ich nicht komplett immun gegen Kritik, wenn es meine Kinder und meine Erziehung betrifft. Vor allem aber wollte ich, dass die Zweite Freude und Genuss beim Essen entwickelt. Es als etwas Positives wahrnimmt. Und ich warf alle meine Prinzipien über Bord.

Mutti macht das Essen schön
Ich bin jetzt auch eine von denen. Von den Müttern, die das Essen für ihre Kinder optisch ansprechend gestalten und ihm spannende Namen geben. Neuerdings gibt es bei uns Piratenspieße, Quatsch Matsch (Energiebällchen) und Würstchenraketen. Ich schnippel, ich püriere, ich backe Fake-Pizza und klebe Wackelaugen auf Babybel-Käse:

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Ich bin völlig außer Rand und Band…

Neben den kreativen Auswüchsen achte ich viel mehr darauf, was die Zweite denn besonders gerne mag und richte mich danach. Ich habe mir z.B. angewöhnt, zu fast jedem Essen rohes Gemüse (vor allem Gurke, Karotten und Paprika) und Kräuterquark-Dip auf den Tisch zu stellen. Denn rohes Gemüse essen beide Kinder gerne und greifen da immer zu! Und auch Pfannkuchen gibt es nun öfter, da die Zweite total drauf steht. Demnächst auch mal nach dem Rezept von Beatrice Confuss, die Apfel direkt mit in den Teig mischt. Mmmmh.

Mahlzeiten zelebrieren
Vor allem bin ich aber auch dazu übergegangen, das Abendbrot zu zelebrieren: Ich decke den Tisch liebevoll, zünde die Kerzen an und schaffe eine gemütliche Atmosphäre. Es ist ein richtiges Ritual geworden. Natürlich kann es auch mal vorkommen, dass für ein ausgiebiges Abendbrot keine Zeit bleibt, wenn wir nachmittags mal länger unterwegs sind. In der Regel aber sitzen wir ab etwa 17 Uhr gemütlich beisammen. Die Zweite braucht nämlich auch sehr lange für ihre Nahrungsaufnahme und so bekommt sie ausreichend Zeit und schafft es, sich satt zu essen, bevor sie ins Bett geht.

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Es funktioniert!
Keine Ahnung, ob es an den Wackelaugen oder der Atmosphäre liegt, oder eine Kombination aus beidem dafür verantwortlich ist. Die Zweite isst! Immer mehr, immer genussvoller und laaangsam auch immer mal was Neues. Und ich hoffe, ich muss jetzt nicht auf Dauer Gesichter in Gemüse schnitzen, um das Interesse aufrecht zu halten.

Und vielleicht sitzen wir in näherer Zukunft doch mal im Flieger nach Asien oder so. Wenn die Dritte mitspielt…

 


 

Wer Anregung sucht: Schaut doch mal bei „Starlights in the Kitchen“ vorbei! Dort gibt es das Projekt 7 Tage – ein Teller.

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2 Gedanken zu “#Missionfood4kids – Mission impossible?

  1. Ich bin noch nie auf die Idee gekommen, ein Babybel zu dekorieren 🙂 Aber auch ich habe schon Früchteteller liebevoll als Gesicht angerichtet. Mamasein ist ein Knochenjob hihi 😉 Danke fürs Teilnehmen an der Blogparade!

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