Wir hatten die Nase voll! Nach ständiger Krankheit und Hineinwachsen in das Leben mit drei Kindern, sprich Chaos und Kontrollverlust, beschlossen wir ganz spontan, in den Osterferien doch noch zu verreisen. Eine Woche Zeeland, eine Woche Meer! Und so machten wir uns auf den Weg in die Noordzee Résidence De Banjaard.


In der Gegend waren wir schon oft, einmal im Jahr muss Hollandurlaub bei uns sein! Einmal im Jahr Nordsee, weite Strände und Zuckerschock. Ja, unser erster Einkauf sieht nämlich immer so aus:
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Und der zweite dann so:
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Die Kinder freuten sich riesig über den Strand und tobten dann auch gleich drauflos, sammelten Schätze (Muscheln und Steine). Danach nahmen wir einen Snack im Strandcafé.
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Am Sonntag machten wir dann einen Ausflug nach Burgh Haamstede, schlenderten etwas durch den Ort und aßen in der Pannenkoekenmolen De Graanhalm zu Mittag, nachdem wir zuerst die Mühle besichtigt haben. Das Wetter war so schön, dass wir draußen sitzen konnten und die Kinder spielten, bis das Essen kam, auf dem dazugehörigen Spielplatz. Dann verdrückten sie einen Pfannekuchen mit Zucker und Sirup bzw. mit Honig. Ich hatte einen mit Käse, Champignons & Paprika und Herr S. mit Käse, Salami & Paprika.

Gestärkt fuhren wir dann weiter zum Strand von Vrouwenpolder. Dort steht ein großes hölzernes Piratenschiff zum Spielen, das wir schon von anderen Urlauben kannten. Die Kinder spielten sich ´nen Wolf, sie waren schiffbrüchige Piraten, der Mann und ich zeigten derweil der Dritten zum ersten Mal das Meer – was sie nicht sehr beeindruckte.
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Dann machen wir noch einen kleinen Spaziergang am Meer entlang. Die Niederländer erkennt man übrigens an den weißblonden Kindern, die bei gerade mal 20 Grad völlig nackt am Strand und teils auch im Wasser rumtoben. Die Deutschen am Löcher buddeln…
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Montagmorgen lassen wir es ruhig angehen und ich nehme ein Bad. Der Erste und die Zweite hören ein Hörspiel. Einkaufen dann Mittagessen (Burger). Dann besorgen wir zwei Drachen und fahren zum Strand. Es ist windstill, also baut die Zweite eine Burg.
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Blinddarm – Alarm!
Der Erste klagte plötzlich über Bauchweh und wollte wieder ins Ferienhaus fahren. Nach dem Einschlafen wurde er abends wieder wach, hatte starke Bauchschmerzen. Wir machten uns Sorgen und googleten sicherheitshalber die nächste Kinderklinik (Goes und Middelburg), um vorbereitet zu sein. Das Wort Blinddarm spukte in meinem Kopf herum. Ich war gerade sieben Jahre alt geworden, als ich notoperiert werden musste – so alt wie mein Sohn heute. Nachts wurde er auch noch mal wach. Der Rest der Nacht verlief dann aber ruhig und als wir am Dienstagmorgen auf die Uhr guckten, stand dort tatsächlich 9:30 Uhr!

Dem Ersten schien es zunächst besser zu gehen. Wir frühstückten gemütlich mit Pancakes und frischem Obst.
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Danach verdrückt der Erste sich wieder nach oben ins Bett und schläft dann um 13 Uhr noch mal ein. Wir planten also für diesen Tag nichts besonderes mehr. Nachmittags geht es dem Ersten ein bisschen besser und wir machen es uns im Garten in der Sonne gemütlich, spielen Uno und Kakerlakensalat, flechten einen Blumenkranz und die Zweite findet zwei Marienkäfer, die sie ‚Piepmatz 1 & 2‘ nennt.

 

Die nächste Nacht wird wieder ruhig, doch morgens sind die Bauchschmerzen beim Ersten noch immer nicht weg. Wir beschließen in die Klinik nach Goes zu fahren, um es abklären zu lassen. Kurz bevor alle soweit sind und es losgehen soll, geht es ihm schlagartig besser: Er redet wieder, er spielt, lacht, isst und wir schauen uns ratlos an…  Erleichtert fahren wir dennoch nach Goes, denn ich will unbedingt zu HEMA. Da schlage ich dann auch richtig zu!
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Danach suchen wir noch einen Spielwarenladen auf, denn wir haben für den Ersten überhaupt kein Spielzeug eingepackt – nur den Fußball. Dann schlendern wir noch ein wenig durch das schnuckelige Städchen, kaufen noch ein paar Kleinigkeiten im Albert Heijn und machen uns dann auf den Weg zurück ins Ferienhaus.

Wir machen es uns gemütlich, während draussen ein Sturm tobt und der Regen gegen die Fenster platscht.

Um 17 Uhr hört der Regen auf und die Sonne kommt raus. Windig ist es noch immer und wir beschließen, zum Strand zu fahren und die Drachen mitzunehmen.

Die Drachen sind schnell hinüber und wir lassen uns vom Wind so richtig durchpusten… bis der Zweiten eine Ladung Sand ins Gesicht peitscht. Da ist der Spaß vorbei und wir flüchten zurück zum Auto und fahren zurück.

Das Beste kommt zum Schluss
Schon ist unser letzter Tag angebrochen. Wir fahren nach Domburg ins Pannekoekenhuis Vierwegen. Dort waren wir bestimmt schon drei oder vier Mal, das gehört immer mit zu unserem Hollandprogramm. Beim ersten Mal war der Erste 18 Monate alt und es war sein erster Urlaub. Es gibt dort eine süße Kinderecke und überhaupt ist alles auf Kinder abgestimmt: Es gibt zum Essen immer eine Kinderüberraschung – was zum Malen oder Spielen, dieses Mal war es ein Kuscheltier.


Und zum Abschluss bekommt jedes Kind einen Riesenballon. Das ist bei unseren immer das Highlight. Diese auf dem anschließenden Spaziergang am Strand nicht zu verlieren, erweist sich allerdings als nicht ganz einfach und einmal muss Herr S. hinterherspurten, um einen Ballon wieder einzufangen.

Dann wollen wir weiterfahren nach Vrouwenpolder an den Strand. Doch unterwegs – zwischen Domburg und Oostkapelle – sehen wir eine Burg und fahren spontan hin, um zu schauen, was es denn dort zu sehen gibt. Hier entdecken wir an unserem letzten Ferientag noch ein kleines Schätzchen. Im Kasteel Westhove ist eine Jugendherberge untergebracht und auf der wunderschönen Terrasse kann man Kaffee trinken. Gut, der Kaffee schmecht eher wie Plörre, aber das Ambiente macht das wett. Neben der Burg gibt es ein Naturkundemuseum, für das wir leider zu spät kommen. Doch für das nächste Mal steht es auf unserer To-Do-Liste.


Wir beschließen noch etwas in diesem malerischen Naturreservat spazieren zu gehen. Der Weg führt uns durch einen Wald, die Bäume haben Äste die sich kringeln wie Locken. Von hier aus hören wir das Meer tosen und verfolgen den Weg weiter, der uns in die Dünen führt und dann zu einem wunderschönen naturbelassenen, unbebauten Strand. Hier können die Kinder toben, wir genießen den Ausblick und das Meeresrauschen und knipsen viele Fotos.

Es ist der perfekte Ort, um dem Meer lebewohl zu sagen. Für dieses Mal. Wir kommen bestimmt wieder…

 

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7 Gedanken zu “Kamperland 2016 – Urlaub in Zeeland

  1. Ein schöner Bericht…Ich liebe Domburg und die ganze Gegend drumherum. So eine Auszeit am Meer ist doch immer was Feines.
    Man müsste das viel öfter einfach mal so machen.
    Einen schönen Sonntag noch und herzliche Grüße, Sabrina

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      1. Das stimmt… Da habt ihr ein bisschen mehr Fährt vor euch. Wir wohnen 30 Minuten von Venlo entfernt und dennoch sind wir viel zu selten in Holland. Aber dein Artikel hat mir auf jeden Fall wieder Lust auf Meer gemacht 😊

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  2. Da möchte man ja eigentlich auch gleich losfahren. Wir waren mal in Cadzand und da gab es Unmengen an Haifisch-Zähnen am Strand zu finden, war ein richtiger kleine Wettkampf, wer den größten findet 😉
    Liebe Grüße von den Insider Dads

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