Wer an eine „gute“ Mutter denkt, hat ja oft ein ganz bestimmtes Bild vor Augen. Nun, wir wissen alle, dass es nicht DIE gute Mutter gibt und dass Mütterrollen heute vielfältig sind. Mir fallen da aber einige Dinge ein, die mir das Mama-Dasein manchmal schwerer machen, als es sein müsste.

Ich hasse Spielplätze
Dem ist nichts weiter hinzuzufügen…

Ich hasse Mamatreffs, PEKIP & Co
Beim ersten Kind hab ich das ja noch alles mitgemacht. Mit der Zweiten war das dann aber vorbei. Zum zweiten – oder gar dritten – Mal „Und, krabbelt/sitzt/läuft/zahnt sie schon?“ und „Ich koche den Brei ja IMMER selber!“ Ach nö…

Ich spiele nicht gern
Ich mache ja gerne bestimmte Dinge mit den Kindern: Vorlesen, basteln, malen, Gesellschaftsspiele (vorzugsweise die ab etwa 7 Jahre) etc. Aber Playmobilmännchen von A nach B verschieben und mir ausdenken, was die da so machen? Zum x-ten Mal im Kaufladen einkaufen? GÄÄÄÄHN…

Ich bin gern regelmässig allein, hab gern meine Ruhe
Nun ja, ne…

Ich backe nicht gern
Hin und wieder packt es mich und so etwas bekomme ich gerade noch so hin. Und ja, ich habe da ein super easy Brotrezept und backe seitdem unser Brot frisch. Aber ansonsten ist mir das Backen ein Graus und ich drücke mich bei diversen Kita- und Schulveranstaltungen davor.

Ich mag keine Kinderlieder
Nee. Nee echt nicht.

Ich reise gern mit leichtem Gepäck
Das versuche ich immer wieder auch beim Familienurlaub. Dies hat zur Folge, dass uns regelmäßig im Urlaub Bodies, Socken & Co ausgehen oder ich feststelle, dass ich doch noch XY hätte einpacken sollen…

Ich reise überhaupt gern
Ich liebe ja Hollandurlaub! Ich liebe die weiten Strände, die Dünen, die Familienfreundlichkeit. Doch bevor wir Kinder hatten, sind wir wirklich rum gekommen: Neuseeland, Tokio, USA, Fiji… Ich würde doch gerne mal wieder weiter kommen, als bis zum Gardasee. Doch das wird wohl noch länger dauern – und ja, das kotzt mich an!

Ich mag Ordnung…
…krieg sie aber zurzeit nicht hin. Bei uns zu Hause sieht es aus, wie bei Hempels unterm Sofa. Lange habe ich zumindest eine gewisse Grundordnung und Sauberkeit halten können, doch das ist im Moment dahin…

Ich arbeite gerne
Man kann nicht behaupten, dass ich faul wäre. Ich mag meinen Job und fahre morgens gerne zur Arbeit. Die Realität sieht aber so aus, dass ich in der Elternzeit rausgekickt wurde und es mit drei Kindern schwer werden wird, überhaupt etwas Neues zu finden. Ein Schicksal das ich mit vielen teile…

Was heißt das also für mich? Sollte ich keine Kinder haben und schon gar nicht drei? NEIN! Denn: Ich liebe Kinder und mir würde etwas Essentielles fehlen, hätte ich keine. Wie müsste ich also sein, um mit meinem Mama-Dasein immer super glücklich und zufrieden zu sein?
Eine backende, kinderliedersingende, super gesellige Haushaltsschlampe der Dreck und Unordnung egal ist, die das Chaos liebt und die froh ist, nicht arbeiten zu müssen, weil sie sich liebend gern zum Kaffeeklatsch mit anderen Müttern trifft, um nur über die Kinder zu reden. Die es nicht in ferne Länder zieht, da sie sich im Bekannten am wohlsten fühlt.

Wenn ich so wäre, mein Leben wäre perfekt! Aber wessen Leben ist schon perfekt?

Fällt Euch noch mehr ein? Wo habt Ihr ein gefühltes Mama-Manko? Und findet Ihr das schlimm? Bedrückt es Euch? Oder glaubt Ihr, dass es ok ist, nicht alles knorke zu finden? Noch mehr Mama-Mankos findet Ihr bei Pia von „Ein Tiet kommt selten allein“!

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7 Gedanken zu “Meine Mama-Mankos

  1. musste beim lesen sehr schmunzeln.. habe mich in vielen wiedergefunden!:)

    Und es ist ok!
    Das wichtigste ist doch Kinder mit viel Liebe groß zu ziehen, ganz egal ob man dabei gerne backt oder viel bastelt oder an vielen Elternabenden teilnimmt.

    Gefällt 1 Person

  2. Ich finde mich in vielen deiner Aussagen wieder. Genau so ist es hier bei uns auch. Weder mag ich Spielplätze (aber vielleicht ändert sich das ja auch noch), noch lassen Bauklötzchen nicht mein Herz höher schlagen, dafür tobe ich aber gerne und mache gerne Unfug (das mögen Kinder ja auch ganz gerne, hab ich mir sagen lassen ;-). Ordnung begegnet mir hingegen gar nicht so selten, nämlich in meinen Träumen ;-). Lass mal Mäusekind mit ihren von mir ach so geliebten Bauklötzchen spielen und das Wohnzimmer wandelt sich mal wieder zum Schlachtfeld. Ich backe zwar gerne, aber nur, wenn mich der Hafer sticht, so auf Kommando: „Back mal für Sonntag einen Kuchen“, das hasse ich wie die Pest. Und beruflich? Nunja, ich sag es mal so: Seit ich Mama bin, haben sich meine Prioritäten grundlegend verschoben. Ich will nicht mehr die steile Karriere hinlegen, dafür müsste ich zu viele Opfer in Bezug auf meine Familie bringen. Seidem ich das klar für mich formuliert und verinnerlicht habe, ist mein Leben enstpannter und ein großer Druck ist von mir gewichen. Leider hört man das viel zu oft, dass man in der Elternzeit aus dem Job befördert wird. Das ist unglaublich schade und sehr traurig. Doch oft öffnen sich auch neue Türen, wenn andere zufallen, es geht immer irgendwie weiter und bis dahin muss man sich gut behandeln und auf sich Acht geben. Das muss man sowieso immer tun, denn wir sind doch der Motor, der alles am Laufen hält. Überhaupt sollten wir uns viel mehr selbst wertschätzen, denn wir leisten ganz, ganz viel, finde ich 🙂

    Gefällt 3 Personen

  3. Schön, dass es auch Mamas mit Mankos gibt. Sicher auch Papas, aber manchmal hat man ja das Gefühl, um einen rum sind alle perfekt, nur man selbst nicht so 😉
    Ab und zu mal allein sein ist finde ich auch richtiger Luxus und auch sehr entspannend.
    Liebe Grüße

    Gefällt 1 Person

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