Oder: Kinder machen schlau.

Denkt Ihr auch oft: Wow, was meine Kinder schon alles wissen! Das hab ich in dem Alter nicht gewusst! Mir geht es oft so. Eigentlich weiß ich gar nicht mehr so genau, wofür ich mich als Kind eigentlich begeistert habe. Und auch die Erziehung war damals einfach anders, denke ich. Ich erinnere mich nicht daran, dass ich mit meinen Eltern jemals ins Museum gegangen bin oder wir Bücher zu Sachthemen gelesen haben. Das ist mit meinen Kindern heute ganz anders und vor allem mein Sohn hatte immer so Phasen, wo er sich für bestimmte Dinge ganz besonders begeistert hat und alles aufgesaugt hat wie ein Schwamm. Und ich habe sozusagen mitgelernt.

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1. Ich kann alle Dinosaurier unterscheiden und auch die kompliziertesten Namen in Sekundenschnelle fehlerlos über die Lippen bringen. Mir macht niemand einen Allosaurus für einen T-Rex vor!

  • 2. Ich weiß genauestens über Ausrüstung und Aufgabenbereiche der Feuerwehr Bescheid. Ohne meinen Sohn, der eine jahrelange Feuerwehrphase durchlebte, hätte ich vermutlich niemals eine Feuerwehrwache von innen kennengelernt, hätte niemals einem Feuerwehrmann Löcher in den Bauch gefragt und würde nicht alle Feuerwehrmann Sam Folgen kennen – ok, Letzteres wäre jetzt nicht wirklich eine Wissenslücke…
  • 3.Ich habe einiges über Pferde gelernt, wie die einzelnen Körperteile heißen und was eine Blesse ist, ein Stern und eine Laterne…

4. Fußball: Ich weiß, wie der aktuelle Torhüter der Darmstädter Lilien heißt. Ich weiß, wo Ronaldo geboren wurde und eine große Statue von ihm steht. Ich weiß, dass es Stollenschuhe mit abschraubbaren Stollen gibt und dass man Schienbeinschoner unter den Stutzen tragen kann. Ich weiß, dass es Stutzen heißt und nicht Stulpen (wie in der Gymnastik oder dem Ballett). Ich weiß noch viele fußballrelevante Dinge mehr, die ich niemals wissen wollte…

5. Ich kenne mich in der neuesten Kinderliteratur top aus. Ich kenne sie alle: Grüffelo, Kokosnuss, Petronella Apfelmus, Mama Muh, Pettersson und Findus… Ich kenne die Texte z.T. auswendig und könnte sie zitieren, wenn man mich mitten in der Nacht um 2 Uhr wecken würde. Darüber hinaus habe ich alte Kinderbuchklassiker kennengelernt, die ich als Kind noch nicht kannte. Die kleine Hexe, die Kinder von Bullerbü und aus der Krachmacherstraße, Mio mein Mio und wie sie alle heißen – ich habe sie erst als Erwachsene und Mutter kennengelernt, weil ich sie meinen Kindern vorgelesen habe.

6. Ich habe viel über Krankheiten gelernt: Ich weiß, wie man Läuse erkennt und wie man sie theoretisch loswird, was für Unterschiede es bei Läusekämmen gibt und wie widerlich Birkenrindenshampoo riecht. Ich weiß, wie man Würmer im Stuhl findet (Tesa-Test!) Ich weiß, dass bei einer Mittelohrentzündung Nasentropfen helfen können und dass zur Verabreichung flüssiger Medikamente eine Aufziehspritze besser funktioniert als ein Löffel. Ich erkenne das Drei-Tage-Fieber und weiß, wie man Warzen behandelt.

7. Ich habe gelernt, Bäume, Blätter und Blumen zu unterscheiden. Dank meiner Tochter die Blumen liebt und unterwegs alles pflückt, was ihr gefällt, kann ich ein Eichenblatt von einem Ahornblatt unterscheiden und weiß, wie Lindenblüten aussehen. Gemeinsam  haben wir sie gesammelt und ein Herbarium angelegt. Ich weiß nun auch, dass die Klebedinger, die man sich auf Nase und Stirn kleben kann, die Früchte vom Ahornbaum sind. Ich weiß, wie Holunder aussieht und dass man Sirup daraus kochen kann.

8. Überhaupt habe ich viel mehr über die Natur gelernt. Ich weiß nun, wie Marienkäferlarven aussehen. Dass Schmetterlinge, nachdem sie geschlüpft sind, eine rote Flüssigkeit (Mekonium) ausscheiden. Das Schnecken ein Luftloch haben, aus dem sie auch den Kot ausscheiden, dass sie bereits mit Schneckenhaus zur Welt kommen und dass sie den Eingang des Schneckenhauses bei Hitze mit einem Kalkdeckel verschließen. Ich weiß, dass vor allem die Glühwürmchen-Weibchen leuchten und die Mücken-Weibchen stechen…

9. Ich habe Kochen und Backen gelernt. Nie hat mein Vor-Mutter-Ich eine Lasagne oder Linsensuppe gekocht, ein Brot gebacken oder einen Apfelkuchen. Dazu musste ich erst Mutter werden, um das Gefühl zu haben, dass das nun mal nötig und sinnvoll wäre.

10. Ich habe das Nähen gelernt, als mein Sohn noch ganz klein war. Ich habe mir eine gebrauchte Nähmaschine gekauft und mir mit einer anderen Mutter zusammen die Grundkenntnisse beigebracht. Ich bin nicht super, aber ich kann immerhin mal eine Pumphose mit bequemen Bündchen nähen, Kirschkernkissen, Loops, Beanies und sogar Latzhosen, Hochstuhlkissen und Kleidchen habe ich schon zustande gebracht. Logisch, dass ich auch mal Sachen flicken und ausbessern kann, was mit drei Kindern oft sehr praktisch ist.

Man lernt wirklich nie aus. Doch ich habe das Gefühl, seitdem ich Kinder habe, habe ich in kürzester Zeit soviel gelernt, wie nie zuvor. Und vor allem auch Dinge, die ich sonst nicht gelernt hätte, weil ich mich von mir aus nicht dafür interessiert hätte. Kinder erweitern den Horizont.

Wie ist das bei Euch? Habt Ihr auch bestimmte Sachen von oder durch Eure Kinder gelernt?

 

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7 Gedanken zu “10 Dinge, die ich von meinen Kindern gelernt habe

  1. Es stimm, wir lernen wirklich viel von unseren Kindern. Ich habe auch viel über mich selbst gelernt. Das ist wohl das größte Geschenk, das meine Kinder mir gemacht haben. Erst seitdem sie da sind, weiß ich, was für ein Mensch ich bin, zu was ich in der Lage bin und (auch wenn das vermessen klingt) was ich schaffen kann. Mütter verstehen mich. 😉
    LG Wiebke

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  2. Schön, auf deinem Blog gelandet zu sein… 🙂 Ich finde es auch unglaublich, was Kinder heute alles wissen (und in welchem zarten Alter schon), was ich als Kind niemals gewusst, gefragt, hinterfragt habe. Klar, es gab auch noch nicht so viel toll und spannend aufbereitete Kindersachbücher, ganz zu schweigen von DVDs und Youtubefilmen und Apps… Trotzdem, ich staune auch immer wieder. Mein Kleiner ist erst 1 1/2 und schon jetzt habe ich das Gefühl, mit ihm gemeinsam jeden Tag mindestens einhundert Details der Welt mehr aufzunehmen als vorher… Und das Wissen über Medikamentenaufziehspritzen und Nasentropfen und Fiebersaft und und und ist auch nicht zu verachten (wir haben aktuell gerade wieder mit 40° Fieber zu tun…). Herzliche Grüße aus Berlin, Katharina

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