Es ist was los in Bloggerhausen… Patricia vom Blog dasnuf hat über Adventskalender gebloggt und darüber, dass sie das Basteln anderer Mütter unter Druck setzt und ZACK, holen die Bastelmuddis (zu denen ich auch gehöre) zum Gegenschlag aus. Die Vorweihnachtszeit wäre ja sonst auch zu eklig besinnlich, wenn es nicht kurz vorher nochmal einen Shitstorm geben würde. Normalerweise halte ich mich bei sowas ja gerne raus, aber da gebe ich jetzt auch mal kurz meinen Senf zu ab, weil ich echt genervt bin. Wen auch immer das interessiert.

Ganz ehrlich? Ob basteln oder kaufen, ob Schoko oder Spielzeug – was andere Mütter machen, ist mir sowas von schnuppe… und da frag ich mich schon, was los ist mit jemandem, der sich davon unter Druck gesetzt fühlt. Warum? Ich finde, als Erstmutter kann das vielleicht schon mal sein. Doch irgendwann ist man doch dann voll und ganz in seiner eigenen Mutterrolle angekommen, oder? Schaut nicht mehr nach rechts und links, sondern hat seine eigene Meinung, seinen eigenen Weg gefunden und vor allem das Selbstbewusstsein, dass es ok ist, so wie man es macht? Weil man sich selbst und seine Kinder besser kennt als jemand sonst. Wenn ich mich also aufrege über Mütter, die basteln (tragen, stillen, arbeiten/nicht arbeiten…), ist das dann nicht ein Zeichen dafür, dass ich noch nicht angekommen bin bei mir selbst?

Die Sache mit dem Konsum

Die Diskussion zum #Bastelgate ging auf Twitter weiter und worin ich Patricia Recht gebe: Es ist ein Konsumthema.

Natürlich ist es ein Konsumthema, wenn ich meinen Kindern in den Wochen vor Weihnachten jeden Tag eine „Kleinigkeit“ schenke. Z.B. weil die Befüllung sehr teuer wird, vor allem wenn es mehrere Kinder gibt. Auch ich habe das gemacht, als Lennox noch kleiner war: Ein paar Sticker, ein Matschboxauto, Tattoos, ein Stift, eine Playmobilfigur… alles kleine Sachen, ist doch nicht so schlimm… Bis mir auffiel, dass es eben doch schlimm ist. Daran, dass er sich nicht mehr über Dinge gefreut hat („Oh nein! Schon wieder ein Auto…!“) Daran, dass die Sachen gleich in der nächsten Ecke gelandet sind und er sie nicht mehr angeschaut hat, er sie nicht wertgeschätzt hat. Das war frustrierend, das hat sich total falsch angefühlt! Und bei mir kam der Gedanke auf „Was für eine verzogene Göre…“ und das Wissen, dass ich schließlich selber Schuld daran bin. Als Ida dann da war und mit zwei Jahren auch einen Kalender bekommen hat, habe ich versucht, das Ganze etwas abzuschwächen. Es gab jeden zweiten Tag eine Kleinigkeit und an den anderen Tagen Süßes – mit dem Ergebnis, dass die Kinder sich immer nur über das Süße gefreut haben und das andere Zeug weiterhin gelangweilt zur Seite gelegt wurde. Ich habe für mich und für uns beschlossen, dass ich das so nicht mehr will. Und damit sage ich nicht, dass das jeder andere genau so empfinden muss… Andere Kinder sind vielleicht auch anders, freuen sich jeden Tag aufs Neue. Doch bei der Frage nach Karies oder Konsum, habe ICH mich für Karies entschieden und versuche außerdem ein bisschen was Gutes zu tun und meinen Kindern etwas Nächstenliebe zu vermitteln – darum geht es doch eigentlich an Weihnachten, oder? Und das sagt hier eine völlig religionslose Person… Natürlich schließen sich Konsum und Nächstenliebe nicht per se aus – ich kann konsumieren und gleichzeitig spenden und mich für andere einsetzen. Doch für MICH habe ich so ein besseres Gefühl. Ich habe das Gefühl, meinen Kindern so „das Beste“ mit auf den Weg zu geben und sie für’s Leben fit zu machen. Geschenke bekommen sie an Weihnachten zur Genüge (und für meinen Geschmack auch da viel zu viel), denn da sind die Omas und Opas, die Tanten und Onkel. Also fülle ich unsere selbstgenähten Säckchen mit Süßkram und Spendengeld und tue einfach das, womit ICH ein Gefühl der Zufriedenheit habe. Ganz egal was andere tun.

Ich wünsche uns allen eine entspannte Vorweihnachtszeit – bastelnd oder nicht. Backend oder nicht. Musizierend oder nicht. Mit Weihnachtsmann oder Christkind. Nudelsalat oder Truthahn… und so weiter, und so fort…

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6 Gedanken zu “Jeder wie er mag #Bastelgate

  1. Genau so!! Danke!

    Ich hab mir ähnliche Gedanken um den Konsumaspekt gemacht und hab die Idee meiner Allerliebsten Freundin übernommen:
    jedes Jahr die gleichen Kleinigkeiten zum weihnachtlichen Schmücken der Wohnung in den Adventskalender füllen, ab dazu noch alle paar Tage was Süßes.
    Mal sehen, wie das ankommt. Bei den Kindern, natürlich 😜

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  2. Den Druck macht man sich als Eltern nicht künstlich selber. Den bewirken die Kinder mit, ohne dass es ihre Schuld wäre. Aber natürlich werden Kinder traurig, wenn sie mitbekommen, was (womöglich gefühlt alle) anderen kriegen und sie nicht. Da fällt es natürlich schwer, standhaft bei Überzeugungen und eigenen Vorlieben zu bleiben. Schon etwas egoistisch, oder? Und schon hat man als Nicht-Gerne-Bastler ein Problem. Außer man ist ein Mann. Dann erwartet es eh keiner von einem.
    Ganz ehrlich. Das ist schon großer Mist.
    Eine einfache Lösung dafür gibt es wohl aber nicht.

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  3. Hallo Anni,

    ich stimme dir absolut zu: Sich unter Druck gesetzt zu fühlen von den Ansichten und Ansprüchen anderer Eltern macht den Eindruck, dass man selbst nicht ganz überzeugt ist vom eigenen Standpunkt.
    Ich habe eine ziemlich klare Einstellungen zu den verschiedenen Aspekten des Elternseins. Über jeden einzelnen habe ich mir in aller Regel vorher gründlich Gedanken gemacht, das Für und Wider abgewogen und ihn mit meinem Mann diskutiert. Es spricht nichts dagegen – und kann im Gegenteil sogar gut und gesund sein – die eigenen Herangehensweisen hin und wieder zu hinterfragen und gegebenenfalls zu verändern. Aber zu einer einmal getroffenen Entscheidung sollte man stehen, egal, wie das andere Eltern im jeweiligen Fall handhaben. Das trifft nicht nur auf das Basteln an Weihnachten zu, sondern – wie du auch schon erwähnt hast – auf die meisten Themen rund um Baby, Kind und Erziehung: Stillen oder Flasche, Impfen oder nicht, Tragetuch oder Kinderwagen oder beides, vegetarische oder konventionelle Ernährung und so weiter.

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  4. Hallo liebe Anni! Du sprichst mir aus der Seele – Floskel, aber es ist so. Ich habe mich aus der absolut lächerlichen Diskussion herausgehalten. Ich habe dieses Jahr doch wieder selbst gefüllt, allerdings Second hand Fillys und Pokemons. Die sechsjährigen haben sich das so gewünscht, dass ich meinen Plan geändert habe. Während der Große meine idee, einen Kalender mit gemeinsamen Aktionen zu füllen, tol findet. (hach 1 von 3 immerhin) Liebe Grüße und hoffe weiter so entspannt, Verena

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